Rehkitzsuche mit Drohne
Rehkitzsuche mit Drohne – mittlerweile Standardverfahren
Mit der Mahd der letzten Kulap-Flächen mit Mähtermin 15.6. geht die Saison der Kitzretter im Landkreis langsam zu Ende. Diese war heuer wohl die Erfolgreichste, was sowohl die abgesuchten Flächen nach Anzahl und Hektar angeht, als auch was die geretteten Kreaturen angeht.
In der BJV-Kreisgruppe Dingolfing sind mittlerweile 6 Drohnenpiloten unterwegs. Neben den Drohnen im Besitz der Kreisgruppe – mit ihnen hat alles angefangen – waren heuer auch drei private Drohnenpiloten, welche sich in Eigeninitiative eine Drohne besorgt haben, die Hauptaktiven bei der Kitzsuche. Diese werden seit heuer von der BJV-Kreisgruppe auch finanziell unterstützt. Auf diese Art und Weise kommen die Jäger zum einen ihrer allgemeinen Hegepflicht nach, unterstützen damit aber auch ihre Landwirte in einem sehr wichtigen Punkt der Bewirtschaftung. Verantwortlich für das Absuchen der Flächen ist nämlich immer der Landwirt, welcher seine eigenen oder fremde Flächen mäht. Unterlässt er dies und wird ein Kitz vermäht, so ist das eine fahrlässige Inkaufnahme eines Vergehens nach dem Tierschutzgesetz. Auf die strafrechtlichen Folgen muss hier nicht näher eingegangen werden.
Schon ab der 3. Dekade im April ist mit dem Vorhandensein von jungen Rehkitzen zu rechnen. Die ersten 1 – 2 Lebenswochen verlassen sich diese auf ihre Tarnung und bleiben auch bei der Annäherung von Feinden oder auch Mähmaschinen bewegungslos in ihrem Lager liegen. Erst mit fortschreitendem Alter entwickelt sich der Fluchtreflex. Da sich die Setzperiode aber bis Anfang Juni hinzieht, ist auch auf den Kulap-Flächen, welche erst ab 15.6. gemäht werden dürfen, immer noch mit sich drückenden Rehkitzen zu rechnen. Zumal gerade diese Flächen wegen der Wuchshöhe immer noch ein ausgezeichnetes Versteck bieten. Selbst heute, am 24. Juni, wurden bei einer Suche noch zwei Kitze entdeckt, welche sich gedrückt haben.
Gerade wenn sich die Mähtermine kumulieren, kann die Suche für die Drohnenpiloten auch anstrengend werden. Besonders wenn dieser kein Frühaufsteher ist. Müssen mehrere oder eine größere Fläche abgesucht werden, beginnt man nämlich bereits um 4:30 Uhr. Steigt erst mal die Sonne über den Horizont und erwärmt kahle Bodenstellen, etwa Maulwurfshügel, kommt es zu immer mehr Fehlanzeigen der Wärmebildkameras. Und die beteiligten Helfer müssen oft lange Strecken im hohen Gras oder Grünroggen erfolglos zurücklegen.
Wird ein Kitz gefunden, gilt es dieses zu fangen und aus der zu mähenden Fläche heraus zu tragen. Am Rand der Fläche werden diese dann in einem Karton oder unter einem Korb bis zum Abschluss der Mäharbeiten gefangen gehalten und anschließend wieder freigelassen. Häufig wartet die Geiß dann schon sehnsüchtig auf ihren Nachwuchs.
Die Drohnenpiloten der BJV-Kreisgruppe Dingolfing haben heuer eine Fläche von annähernd 900 ha abgeflogen. Reine Flugzeit der Drohnen waren 140 Stunden. Neben vielen Rehkitzen und jungen und erwachsenen Hasen sowie einer Bache mit 5 Frischlingen wurden auch 6 Fasanengelege und 5 Nester der Kornweihe gefunden und gerettet.




